Samstag, 26. Juli 2008

Gorillaz - Dirty Harry

23 Milliarde....

... SMS verschickten die deutschen Handynutzer laut Bundesnetzagentur im vergangenen Jahr. Ob kurzes Hallo, kleine Liebesschwüre oder eine fixe Terminbestätigung.
Pro Kopf waren das umgerechnet durchschnittlich 350 Kurzbotschaften pro Jahr.

Freitag, 25. Juli 2008

“Wir leben alle unter dem gleichen Himmel, aber wir haben nicht alle den gleichen Horizont.”

-Konrad Adenauer

Ein verhinderter Straßenkämpfer wird 65

Wenn es in Fernsehdokumentationen über das bewegte Jahr 1968 geht, wird zur Untermalung gerne ein Text der Rolling Stones eingespielt: Ihr Song Street Fighting Man hört sich so schön revolutionär und martialisch an. Ist er aber nicht. Der Refrain lautet: „But what can a poor boy do except to sing for a Rock 'n' Roll band, cause in sleepy London town there's just no place for a street fighting man.“ Zu Hause auf der Couch ist es halt gemütlicher, da kann man sich besser von den anstrengenden Konzerten erholen.

Politisch war Mick Jagger, der morgen 65 Jahre alt wird, in seinen angeblich so rebellischen jungen Jahren nie. Wenn er auf demselben Album, auf dem Street Fighting Man beheimatet ist, die sozialen Missstände auf seiner bri tischen Heimatinsel besingt, tut er dies von bequemer Warte aus, wie er im Stück Jigsaw Puzzle verrät: Er liegt zwar am Boden, doch der ist teppichgepolstert, und beim Zusammensetzen des Puzzles assistiert ihm die Geliebte. Zu sagen, die Rolling Stones seien auch in der Folgezeit stets völlig unpolitisch gewesen, würde ihnen allerdings auch nicht gerecht werden.

Als die britischen Bergarbeiter 1983/84 in den längsten Streik ihrer Geschichte gegen die erzkapitalistische Regierung unter Margaret Thatcher zogen, spendeten Mick Jagger und Kumpane spontan eine Million Pfund! Die Bergarbeiter waren anschließend nicht erfolgreich, den Stones schadete ihr Engagement nicht. Im Gegenteil: Bis heute haben sie sich von Comeback zu Comeback gehangelt; und es darf bezweifelt werden, dass Mick Jagger morgen seine Rente einreichen wird.

Donnerstag, 17. Juli 2008

Der Blasfrosch

Eine Frau will für Ihren Mann ein Haustier kaufen. Sie geht in den Tierladen, aber sie findet die Preise sehr hoch. Als sie den Inhaber nach günstigen Tieren fragt, bietet der Ihr einen Frosch für 25 Euro an. Sie wundert sich warum auch dieses Tier so teuer ist. Er erklärt ihr, dass es ein ganz besonderer Frosch sei. Er könne blasen! Sie überlegt nicht lange und kauft den Frosch, mit dem Hintergedanken es selber nicht mehr machen zu müssen.

Sie überreicht den Frosch ihrem Mann. Dieser ist sehr skeptisch, aber gleich heute Abend will er es ausprobieren.

Mitten in der Nacht wacht die Frau auf, da sie in der Küche Töpfe und Pfannen klappern hört. Als sie in die Küche geht, sieht sie ihren Mann und den Frosch das Kochbuch durchstöbern.

"Warum durchstöbert ihr zwei Kochbücher um diese Uhrzeit?" fragt sie.

Ihr Mann schaut zu ihr auf und sagt: "Sobald der Frosch kochen kann, fliegst du raus!"

Donnerstag, 3. Juli 2008

Küss Dich fit!


Küssen ist ein Bekenntnis von Zuneigung und Freundschaft. Während der Kuss in der Öffentlichkeit in Japan aber beispielsweise als anstößig gilt, gehört er in der westlichen Welt zum Alltag in allen Bereichen - als Willkommensgruß beim Staatsempfang, aus Lust und Laune bei einem Treffen oder als Abschiedsgruß vor einer längeren Reise. Was jedoch viele vergessen: Der innige Lippenkontakt ist nicht nur ein Zeichen von Liebe, sondern hat auch gesundheitliche Vorteile. Zum Tag des Kusses (6. Juli) ist also "knutschen" angesagt, um aktiv Krankheiten vorzubeugen.

Jedes "Bussi" wirkt sich positiv auf die Psyche aus: Mit einem Kuss werden Stress, Frust und Ärger abgebaut, denn die Bauchspeicheldrüse produziert verstärkt Insulin und die Nebenniere Adrenalin. So wird die Herstellung des Stresshormons Kortisol verringert. Gleichzeitig erhöht sich auch die Produktion von Glückshormonen wie Endorphin.

Außerdem steigert ein Schmatzer die körperliche Fitness. Mit dem Küssen wird der Kreislauf angeregt. Wie bei leichten Trainingseinheiten erhöht sich der Herzschlag auf bis zu 110 Schlägen pro Minute. Die Lunge wird zudem gekräftigt, da man statt der üblichen 20 Atemzüge rund 60 Züge pro Minute tätigt. Mit dem Speichelaustausch verbessern sich die Abwehrkräfte, da die unbekannten Bakterien des Gegenübers zum Aufbau von Antikörpern anregen.

Das Lippenbekenntnis macht zudem schön und hält jung. Beim Küssen werden bis zu 38 Gesichtsmuskeln beansprucht und trainiert, so dass weniger Falten entstehen. Wer zusätzlich zwei Minuten aushält, fördert eine schlanke Figur. Durchschnittlich 15 Kalorien werden laut des Gesundheitsamts des Landkreises Mittweida über einen solchen Zeitraum verbrannt. Durch die übermäßige Speichelproduktion härtet sich der Zahnschmelz und bei regelmäßigen Küssern ist auch die Mundhygiene vorbildlich.

Dienstag, 1. Juli 2008

Aus 4 mach 5

Heute vor 15 Jahren wurden die fünfstelligen Postleitzahlen eingeführt. Sie lösten die seit 1962 bestehenden vierstelligen Ziffernkombinationen ab, nach denen die Zustellorte in der BRD und der DDR gegliedert waren. Zwar hatte die Bundespost in der Hoffnung auf eine Wiedervereinigung einige Bereiche nicht vergeben – von 1001 bis 1999 sowie alle mit 25 bis 27 und 36 bis 39 beginnenden – doch spielte die DDR ein Jahr nach dem Mauerbau nicht mit.

Sie vergab ihre vierstelligen Ziffernkombinationen nach gleichem System: mit aufsteigenden Zahlen von Nord nach Süd und West nach Ost. So hatte sowohl Berlin-West als auch der Ostteil der getrennten Stadt die Postleitzahl 1000. Auch andere, geographisch auf ähnlicher Breite gelegene Städte wiesen identische Ziffern auf: 2400 für Lübeck und Wismar, 3000 für Hannover und Magdeburg, 5300 für Bonn und Weimar. Je größer die Stadt, desto mehr Nullen hatte ihre Postleitzahl.

Nach der Wiedervereinigung wurden den zunächst weiter vierstelligen Kennzeichnungen ein W- für Westen beziehungsweise O- für Osten vorangestellt. Doch dabei blieb es nicht: Man wollte nicht nur einseitig die Ziffern des Beitrittsgebiets ändern und dessen Orten die in der alten Bundesrepublik reservierten, nicht besetzten Kombinationen zuweisen. Dies hätte wohl auch das vierstellige System gesprengt. Daher griff das Postministerium zur fünften Ziffer, was auch die Maschinenlesbarkeit der Adressen wesentlich erleichtert. Davon profitieren die Postkunden: Inzwischen ist ein Standardbrief innerhalb Deutschlands durchschnittlich nur noch 1,06 Tage unterwegs.

Montag, 30. Juni 2008

Am nächsten Morgen

Er zwingt sich die Augen zu öffnen und blickt zuerst auf eine Packung Aspirin und ein Glas Wasser auf dem Nachttisch. Er setzt sich auf und schaut sich um. Auf einem Stuhl ist seine gesamte Kleidung, schön zusammengefaltet. Er sieht, dass im Schlafzimmer alles sauber und ordentlich aufgeräumt ist. Und so sieht es in der ganzen Wohnung aus. Er nimmt das Aspirin und bemerkt einen Zettel auf dem Tisch: "Liebling, das Frühstück steht in der Küche, ich bin schon früh raus, um einkaufen zu gehen. Ich liebe Dich!"

Also geht er in die Küche und tatsächlich - da steht ein fertig Gemachtes Frühstück, und die Morgenzeitung liegt auf dem Tisch. Außerdem sitzt da sein Sohn und isst. Er fragt ihn: "Kleiner, was ist gestern eigentlich passiert?"

Sein Sohn sagt: "Tja, Paps, Du bist um drei Uhr früh heimgekommen, total besoffen und eigentlich schon halb bewusstlos. Du hast ein paar Möbel demoliert, in den Flur gekotzt und hast Dir fast Ein Auge ausgestochen, als Du gegen einen Türgriff gelaufen bist."

Verwirrt fragt er weiter: "Und warum ist dann alles hier so aufgeräumt Und das Frühstück auf dem Tisch?"

"Ach das!" antwortet ihm sein Sohn, "Mama hat Dich ins Schlafzimmer geschleift und aufs Bett gewuchtet, aber als sie versuchte, Dir die Hose auszuziehen, hast Du gesagt:
'Hände weg, Du Schlampe, ich bin glücklich verheiratet.' "

Ein selbstverschuldeter Kater: 100 Euro

Kaputte Möbel: 250 Euro

Frühstück: 10 Euro

Im richtigen Moment das Richtige sagen: UNBEZAHLBAR!

Freitag, 27. Juni 2008

Montag, 23. Juni 2008

Die letzen 1000 Gedanken die ich mir auf´m Hurricane gemacht hab:

Ob sich wohl der Schlitten vom Weihnachtsmann rentiert?

Wenn die Stiftung Warentest Vibratoren testet, ist dann 'befriedigend' besser als 'gut'?

Wie soll sich der Bauer verhalten, wenn seine Frau sagt: 'Sieh zu, dass du Land gewinnst!!'

Beantwortet die große Kerze die Frage der kleinen Kerze, ob Durchzug gefährlich sei, mit den Worten: 'Davon kannst du ausgehen?'

Macht man den Meeresspiegel kaputt, wenn man in See sticht?

Was machen die Fahrer von Automatikwagen in einem Schaltjahr?

Können sich Eltern, die sich mit ihrer Tochter verkracht haben, überhaupt irgendwann mit ihr aussöhnen?

Dürfen Zwerge auf dem Riesenrad mitfahren?

Heißen Teigwaren Teigwaren, weil sie vorher Teig waren?

Kann man sich den Arztbesuch sparen, wenn man schon in der Telefonzentrale verbunden wird?

Darf man in einem Weinkeller auch mal lachen?

Wenn ich am Strand eine schöne Frau anspreche - die das aber doof findet - krieg ich dann einen Strandkorb?

Kommen kleine Leute nach einer Steuererhöhung eigentlich noch an ihr Lenkrad?

Können Glatzköpfe auch mal eine Glückssträhne haben?

Kann einem überhaupt etwas passieren, wenn am Auto die Bremsen versagen, man aber einen Anhalter im Wagen hat?

Donnerstag, 5. Juni 2008

Markt oder Staat?

Heute feiern zwei große Ökonomen besondere Jubiläen: Dieser 5. Juni ist Adam Smiths 285. und John Maynard Keynes' 125. Geburtstag. Dabei waren die beiden Volkswirtschaftler grundverschieden.

Adam Smiths Theorie beruht auf der Selbstheilungskraft der Wirtschaft: Ihr sollte der Staat möglichst freie Hand lassen, damit sie sich zum Vorteil entwickelt. Dafür sorgt der Mensch, dessen Hauptinteresse die Verbesserung der eigenen Lebenssituation ist.

John Maynard Keynes stellte Smiths wirtschaftsliberale Theorie grundsätzlich infrage. Gerade weil der Markt – zumal in Zeiten der Rezession – nicht genug für alle abwirft, muss der Staat aushelfen, etwa durch Investitionsprogramme. Dafür darf er sich sogar verschulden. Wenn er beim nächsten Aufschwung wieder Überschüsse erwirtschaftet, muss er damit allerdings das Defizit abtragen.

Während Smith dem Staat grundsätzlich misstraute – „Nichts lernen die Regierungen schneller voneinander, als wie man den Leuten das Geld aus der Tasche zieht“, lautet einer seiner berühmt gewordenen Aussprüche – schrieb Keynes der Wirtschaft als größten Fehler „ihr Versagen, Vorkehrungen für Vollbeschäftigung zu treffen“ zu.

Montag, 2. Juni 2008

Die Kolumbianer spinnen ...

Sutamarchán (AFP) - Eine Tomatenschlacht mit zehn Tonnen des Nachtschattengewächses haben sich die Einwohner des kolumbianischen Dorfes Sutamarchán geliefert. Im Dorfstadion versammelten sich rund 500 Teilnehmer und bombardierten sich rund eine Stunde lang mit den roten Früchten. Für die Teinahme habe es "keine Beschränkungen" gegeben, sagte Organisator Heynner Suárez. Barfuß und mit Sportzeug bekleidet warfen sich die Kämpfer auf einen riesigen Tomatenberg in der Mitte des Stadions - innerhalb kürzester Zeit waren alle von Kopf bis Fuß rot.

Obwohl unerbittlich mit Tomaten geworfen wurde, war die Atmosphäre freundschaftlich und fröhlich. Unter den Teilnehmern waren auch zahlreiche Touristen. Die "La Tomatina" genannte Veranstaltung wird seit vier Jahren organisiert, sie ist dem gleichen Event im spanischen Dorf Buñol nachempfunden. Suárez betonte, für die Schlacht würden nur überreife, nicht mehr zum Verzehr geeignete Früchte verwendet.

Freitag, 30. Mai 2008

Heute ist Weltuntergang!

„Am dreißigsten Mai ist der Weltuntergang, wir leben nicht, wir leben nicht mehr lang“: So heißt es in einem unserer deutschen Trinklieder. Bis es so weit ist, sollten Sie vorher einmal auf der Internet-Seite www.stupidedia.org vorbeischauen und in der Suchleiste den Begriff 'Weltuntergang' eingeben. Es erscheint folgender Text: „Ein Weltuntergang ist das Gegenteil des Weltaufgangs. Immer 5,34 Minuten nach dem Sonnenuntergang wird der Weltuntergang erwartet. Weltuntergangs-Prophezeiungen gibt es bereits seit der Antike; sie werden sowohl von Philosophen vorhergesagt als auch von der Mathematik berechnet.“

So weit, so wissenschaftlich. Allerdings räumen die Betreiber des Portals auch ein: „Was während und nach dem Untergang mit der Welt passiert, konnte bisher noch nicht eindeutig nachgewiesen werden.“ Hier deckt sich das Enzyklopädie-Wissen wieder mit dem überlieferten Volksgut, denn in unserem eingangs zitierten Lied heißt es am Ende: „Doch keiner weiß in welchem Jahr, und das ist wunderbar. Wir sind vielleicht noch lange hier, und darauf trinken wir.“

Der Berechtigung, die Sorge um den jüngsten Tag in Mehr- oder sogar Hochprozentigem zu ertränken, geben die Stupedisten mit dem Abschlusssatz ihres apokalyptischen Eintrags weitere Nahrung: „In aller Regel fallen Weltuntergänge dann aber leider doch aus oder werden einfach verschoben.“

Donnerstag, 22. Mai 2008

Welche 3 Staaten hatten Interesse an der Bergung der Titanic?

1. USA, wegen des Schmucks in den Tresoren.

2. UdSSR, wegen des Stahls

3. DDR, wegen der Kapelle, die bis zum Untergang spielte.

Mittwoch, 7. Mai 2008

1 Apple = 4 Dells

Vor rund 10 Jahren, am 6. Oktober 1997, wurde Michael Dell, Gründer und Besitzer von Dell, gefragt, was er tun würde, wenn er für Apple verantwortlich wäre. Steve Jobs war gerade zurückgekehrt und hatte die Apple-Fans mit etlichen unpopulären Maßnahmen konfrontiert, und die IT-Branche wagte kaum an den Wideraufstieg der Oldies aus Cupertino zu glauben. Dell antwortete: »Was ich tun würde? Ich würde es dichtmachen und den Anlegern ihr Geld zurückzugeben.«

Am 16. Januar 2006 schrieb ein hörbar befriedigter Steve Jobs eine E-Mail an seine Mitarbeiter: »Es stellt sich heraus, daß Michael Dells Vorhersage der Zukunft nicht perfekt war: heute ist Apple mehr wert als Dell. Die Börse geht auf und ab, und die Dinge mögen morgen wieder anders aussehen, aber ich dachte, das sei eine Erinnerung wert. Steve.« Das damals Unglaubliche war geschehen: Apples Aktien waren 72,13 Milliarden Dollar wert - Dells dagegen nur 71,97 Milliarden Dollar. 18 Monate später, am 27. Juni 2007, war Apple an der Börse doppelt soviel wert wie Dell (127,81 Milliarden vs. 63,65 Milliarden Dollar), und am 6. Dezember 2007 das Dreifache (165,66 Milliarden vs. 54,43 Milliarden Dollar).

Und seit dem 1. Mai 2008 hat sich Apples Wert gegenüber dem von Dell vervierfacht: 158,66 Milliarden vs. 38,97 Milliarden Dollar. Apples Aktien sind - mit Einbrüchen - kontinuierlich gestiegen, Dells Aktien sind gefallen.

Trotzdem ist Michael Dell dreimal so reich wie Steve Jobs. Dell ist Amerikas PC-Bauer Nr. 1 mit einem Marktanteil von über 30 Prozent, Apple dagegen ist Nr. 4 mit knapp 7 Prozent Marktanteil. Woher stammt also der Riesenunterschied in der Marktkapitalisierung, fragt Fortune? Es habe mit Apples Innvovationsfreude, Integrationsfähigkeit und Kundendienst zu tun, meint das Wirtschaftsblatt - mehr aber noch mit den Profiten: Apple hat ca. dreifach höhere Gewinnmargen als Dell (15 % vs. 5 % bzw. 19 % vs. 6 %). Mit anderen Worten: Dell verkauft erheblich mehr Computer, aber Apple macht erheblich mehr Gewinn an jedem verkauften Computer.

Aber soweit man hört, wird Dell nicht dichtgemacht…

Dienstag, 6. Mai 2008

Ein Roter fährt schwarz

Vor 250 Jahren wurde der Revolutionär Maximilien Robespierre geboren, vor 65 Jahren Andreas Baader, der Gründer der Baader-Meinhof-Bande, aus der später die RAF hervorging. Ein französischer Radikaler, der mit Hilfe der Guillotine regierte, und ein deutscher Terrorist – keine dankbaren Figuren für einen Blog, selbst wenn ein markantes Kalenderjubiläum dazu einlädt. Da greifen wir doch lieber auf einen etwas unrunderen Geburtstag eines unverdächtigen Zeitgenossen zurück:

Heute wird Tony Blair 55. Doch ganz so weiß ist – vom Politischen einmal abgesehen, wovon sein Nachfolger und Labour-Parteigenosse Gordon Brown ein Lied singen kann – die Weste von Großbritanniens seit einem Jahr privatisierendem Ex-Premierminister nicht mehr. Kürzlich wurde er in einem Expresszug zum Flughafen London-Heathrow ohne gültigen Fahrschein erwischt.

Der arme Tony hatte leider kein Bargeld dabei, um sich vor Fahrtantritt ein Ticket ziehen zu können. Normalerweise zieht das eine saftige Geldbuße nach sich, doch der Kontrolleur verzichtete auf eine Strafe. Auch das Angebot von Blairs Leibwächtern, für das Ticket aufzukommen, schlug er aus. Blair durfte gratis fahren.

Ob Britanniens Bürger dieses Vorkommnis als Präzedenzfall werten und in Berufung auf das Gleichbehandlungsrecht in U-Bahnen und Expresszügen künftig nur noch schwarz fahren werden?

Freitag, 25. April 2008

Aufgefallen

Blöde Ideen!!!

1. Toilettenpapier mit "Image-Effekt" (Renova) in Grün, Orange, Rot oder Schwarz und mit Blütenduft. Drei Rollen kosten 10,75 €! Dafür steckt das Edel-Wischpapier in einer eleganten Geschenkbox - als Mitbringsel, oder was???

2. Holzsarg für Eheringe. Die US-Unternehmerin Jill Testa hat eine 15 cm Box kreiert, ausgeschlagen mit Samt. Darin kann man nach der Scheidung seinen Ehering vergraben. Für diese kleine Genugtuung zahlen sie 19 € - und werfen echtes Gold weg, na toll.



Gute Ideen!!!

1. Anti-Alkohol-Auto. Automobilhersteller Volvo plant, einen Pustetester (Alcoguard) einzubauen. Bevor der Wagen gestartet werden kann, muss der Fahrer in ein Röhrchen blasen. Überschreitet er den zulässigen Alkoholwert, blockiert die Zündung.

2. Gepolsterte Laternen. Weil immer mehr Fußgänger beim SMS-Schreiben gegen die Lampen laufen, haben britische Behörden jetzt reagiert. In London wurden Laternen mit Gummimatten gepolster.

Montag, 21. April 2008

Ein Schweizer bittet um Asyl – in den USA!

Die Gründe, warum ein Schweizer die Vereinigten Staaten um politisches Asyl ersucht, verortet man in einem fernen Jahrhundert. Schließlich war es die Schweiz, die sich Emigranten und Flüchtlingen aus den Nachbarländern immer wieder als Exilland aussuchten. Der Mann, um den es heute geht, hatte sich eines derart schwerwiegenden Verbrechens schuldig gemacht, dass er sich offenbar erst jenseits des großen Teichs vor den Klauen der eidgenössischen Justiz sicher fühlte. Was aber hatte Christoph Meili so Schlimmes getan?

Er hatte das Schweizer Bankgeheimnis verletzt! In seinem Job als Nachtwächter bei der Schweizerischen Bankgesellschaft schnüffelte Meili widerrechtlich in einem Container, der zum Schreddern bestimmt war. Einige der dort zur Vernichtung abgelegten Belege nahm er sogar mit nach Hause. Diese dokumentierten so genannte nachrichtenlose Vermögen von Kunden, die ihre Einlagen niemals abgeholt hatten. Konnten sie auch nicht, denn sie waren inzwischen Opfer des Völkermordes der deutschen Nationalsozialisten an den europäischen Juden geworden. Davon profitierten die Schweizer Finanzinstitute, bei denen sie ihr Vermögen deponiert hatten. Das nicht abgeholte Geld ging ins Eigentum der Banken über. Erst Meilis Zivilcourage und die Weitergabe der belastenden Dokumente an jüdische Opferorganisationen machte die Aufdeckung dieses Skandals möglich.

Heute wird Christoph Meili, der immer noch in den USA lebt, vierzig Jahre alt.

Donnerstag, 17. April 2008

Die Frage nach dem Warum

„Man muss leben, als hätte man hundertfünfzig Jahre Zeit“; empfahl der Schriftsteller, der heute 111 Jahre alt geworden wäre, denn „Hast ist der Feind des Lebens.“ Dass die Menschen nicht so viel von dem kostbaren Gut zur Verfügung haben, wusste Thornton Wilder nur allzu gut. Nicht von ungefähr beginnt sein erfolgreichster Roman Die Brücke von San Luis Rey – er erschien 1927 und hielt drei Monate lang die Spitzenposition der US-Bestsellerliste – mit diesem Satz:

„Freitag, den 2. Juli 1714, um die Mittagsstunde, riss die schönste Brücke in ganz Peru und stürzte fünf Reisende hinunter in den Abgrund.“

Im weiteren Verlauf der Geschichte lässt der Autor den Mönch Juniper die Lebensgeschichte der Opfer aufzeichnen. Aus dessen Nachforschungen ergibt sich einiges an Interessantem – nur keine schlüssige Erklärung für den scheinbar willkürlichen Tod der Fünf.

Dem Leser bleibt allein das Wissen, dass wir alle einmal sterben müssen – und als Trost vielleicht diese Erkenntnis am Ende des Buches: „Da ist ein Land der Lebenden und ein Land der Toten, und die Brücke zwischen ihnen ist die Liebe – das einzig Bleibende, der einzige Sinn.“ Sterben musste auch Thornton Wilder einmal. Er tat das am 7. Dezember 1975. Geblieben sind uns seine Bücher.

Freitag, 11. April 2008